GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG

Die Gegend, in der das heutige Jabing liegt, war wahrscheinlich schon einige tausend Jahre vor Christi Geburt von Menschen besiedelt. Darauf deuten Gefäße und Werkzeuge hin, die bei der Rodung des Waldes zwischen Rotenturm und Jabing am rechten Ufer der Pinka gefunden wurden und aus der Stein – und Bronzezeit stammen. (aufbewahrt im Landesmuseum).

Im Jahre 995 wrden die Magyaren von König Otto auf dem Lechfeld bei Augsburg entscheidend geschlagen und ziehen sich nach Pannonien zurück. Zu ihrem Schutz errichten sie an der Westgrenze eine Verteidigungslinie, stellen Grenztruppen auf und legen Grenzwächtersiedlungen an.

Etwa ab 1043 verlief die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Ungarn entlang der Lafnitz und der Leitha. Diese Grenze hatte bis 1921 bestand.

An die im Mittelalter entstandenen Grenzwächtersiedlungen erinnern die burgenländischen Ortsnamen mit „-wart“, es ist eine Übersetzung des ungarischen „ör“ für Wachposten.

Noch heute heißt das Gebiet von Oberwart und Unterwart, das mittlere Pinnkatal, die “ Wart“, und bis heute liegt dort ein Zentrum der ungarisch sprechenden Bevölkerung des Burgenlandes.

Grenzwächtersiedlungen findet man in Oberwart, in Unterwart, in Siget in der Wart, in Klein-Jabing sowie in Kohfidisch.

Auch wurde im 12. und 14, Jahrhundert zur Sicherung der Westgrenze Ungarns eine Kette von Grenzburgen (z.B. Güssing, Schlaining, Landsee oder Forchtenstein) geschaffen.

Die Grenzwächter mussten die Grenze beobahten, das Herannahmen des Feindes raschest melden und , feindliche Truppen in kleinere Gefechte verwickeln und sie mit einem Hagel von Pfeilen überschütten, bis sich das große ungarische Heer zum Kampf bereit gemacht hatte.

In dieser Zeit erfolgt die Erwähnung einer Wüstung mit 7-12 Häusern (Hütten) zwischen Großpetersdorf und Jabing mit Namen „Ebersdorf“. Ohne Aufzeichnungen ist der Standort der Wüstung.  Es wurden aber im vorigen Jahrhundert westlich vom evangelischen Friedhof beim Ackern, Fundamentreste, Malter, Steine und Ziegel, auch beim Graben von Brunnen, Teile von Gefäßen gefunden. Nach der Beschreibung der Ziegel sollen diese sehr breit gewesen sein. Vielleicht waren es römische Ziegel und es bestand dort bereits eine römische Siedlung.

Weiters fand ein Landwirt beim Ackern im November des Jahres 1934 in dieem Geibet 1425 Stück römische Münzen. Diese stammen aus der Zeit von 313 bis 345 nach Christug. Dies alles deutet darauf hin, dass zur Römerzeit hier bereits eine Siedlung bestand. Man nimmt deshalb auch an, dass durch dieses Gebiet eine nicht unbedeutende Römerstraße führte.

Der Weg von der vermuteten Wüstung zur Pinka wird noch immer Mühlweg genannt. Denn nach mündlicher Überlieferung befand sich ca, 150 m nördlich vom Dörfl an der Pinka eine Mühle aus Holz. Die morschen Holzpiloten auf denen die Mühle gebaut war, konnte man bei Niederwasser noch bis Mitte des vorigen Jahrhunderts besichtigen. Aus vorgenannten Daten ist anzunehmen, dass der ältere Teil der Gemeinde Jabing, die Grenzwächter bzw. die „Klein-Adeligen“ (einhöfige Adelige) in Klein-Jabing waren. Die Muttersprache war ungarisch.

Mit Abstand zu Klein-Jabing (Adelig-Jabing) wurden am östlichen Ufer der Pinka vom Grafen aus Rotenturm das Bauerdorf Jabing angesiedelt.

Durch dieHeirat von adeligen Mädchen mit nichtadeligen Männern entwickelte sich eine neue Gesellschaftsschit der „Agiles“, die Halbadeligen, auch Porzioner genannt.

An der Spitze dieser drei Wirtschaftsgruppen, welche ihr eigenes Wirtshaus hatten, fungierte ein unter sich gewählter Wirtschaftsverwalter. Auf Grund seiner Verantwortung der Herrschaft gegenüber wurde er von den Mitgliedern seiner Gruppe nicht nur „Richter“ genannt, sondern führte er diesen Titel auch bei Unterschriften und Bekundungen.

Bei Einführung der autonomen Gemeindeverwaltung und Aufhebung der Bevormundung durch die Herrschaft, deren Untertanen sämtliche Wirtschaftsgruppen waren (nach 1848) bestand unter den drei Wirtschaftsgruppen ein durch Jahrzehnte eingehaltenes Übereinkommen, das jedes vierte Jahr eine andere Gruppe den Richter (Bürgermeister) beistellte.

Die ungarischen Familien waren sehr ungünstig im Ort verteilt. Denn nur die evangelischen Kleinadeligen im sogenannten Klein-Jabing bidleten eine geschlossene Einheit, nur sie blieben Ungarn. Nach dem Jahr 1848 unterschied die ungarischen Familien, die in deutscher Umgebung lebten, nichts mehr von ihren Nachbarn, außer ihrer Sprache.

Bei den meisten blieb nur mehr der Name ungarisch – Baliko, Bogad, Bogath sowie Thek zeugen davon.

Zur vollständigen Verarmung des ohnehin sehr armen Volkes haben die großen Brandkatastrophen der Jahre 1868 und 1879 beigetragen. 34 bzw. 82 Häuser samt Nebengebäude und zahlreiche Haustiere wurden ein Raub der Flammen. Nach dieser Brandkatastrophe entstand eine neue Siedlung – das „Neudörfl.“

Eine zusätzliche Erweiterung erfuhr Jabing nach dem 2. Weltkrieg durch die Schaffung von Hausplätzen, wie auf der Wölfel Mühle, dem Hausbau zwischen Kleinjabing und dem Ort selbst, Schafgarten, Meierhof, Sportplatz, Hinter den Gärten sowie am Felde mit der Wohnhaussiedlung.

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